[28.1] Der Rat von Festum AudF

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[7.2] Thorwaler und Novadis
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Gespielt am: 23. Januar 2021

Wie auch bereits in Khunchom wurden Finjan und Oberin beim Betreten Festums von der Stadtgarde zu ihren Auftraggebern geführt, die ausführliche Berichte über ihre Mission in Vallusa und darüber hinaus wollten. Ihre neue Mission, die Dämonenarche Gezeitenspinne, ist jedoch zu groß für sie allein und so soll ein interdisziplinärer Rat seine Expertise dazu abgeben.

Am nächsten Morgen, es war der 9.FIRun 33 Hal, traten wir vor den Festumer Rat.

Dieser bestand, wie es Gepflogenheit ist, aus Vertretern der Kirchen, der Gelehrten und des Handels. Nadjescha von Gulnitz sprach für die PRAios Kirche, Hasswolf Ingridsun kam von der Kirche des SWAfnir, Iltscha Krasnikow vertrat die EFFerd Kirche und die Kirche des FIRun hatte Fir-Uunla entsandt, eine Goblina, die wohl der eigentümlichste Anblick in dieser Versammlung war. Die Akademien wurden repräsentiert durch Piatriel Surjelovo von den Zinnober Laboratorien, Jaunava Dagonev, ihres Zeichens Spektabilität der Halle, sowie durch Arbert der II. von Bolstett aus dem Bund des Roten Salamanders. Von den Händlern saßen Avid Stoerrebrandt für seine Familie und Milota Tsirkevist im Namen der Nordlandbank im Rund. Ergänzt wurde die Versammlung durch Larijian Vorderbauer, der dem Rat der Kapitäne zugehörig war.

Bei unserem Eintreffen waren die Anwesenden bereits in eine eifrige Diskussion vertieft, die nun unterbrochen wurde. Die Versammelten wurden uns mit Rang und Namen vorgestellt und auch wir taten kund, wer wir waren und wem wir dienten. Der Kapitän Finjan war der Kapitän, ganz einfach, aber Kolokewski musste zu Protokoll geben, dass er lediglich Erster Offizier des Kapitäns hier war, nicht in seiner offiziellen Funktion. Es wurde zunehmend deutlicher, dass dieser Mann alles andere als ein gewöhnlicher Söldner war und auch nicht bloß eine weitläufige Bekanntsschaft Finjans. Ebenso deutete sich an, wir könnten mehr gemeinsam haben, als anzunehmen war. Denn ich musste gleichfalls darlegen, lediglich im Gefolge des Kapitäns anwesend zu sein, ohne für die RONdra Kirche das Wort zu ergreifen, was mit einigem Bedauern zur Kenntnis genommen wurde.

Sehr viel mehr Bedauern ergriff jedoch mich, als ich des Sinnes dieses Rates gewahr wurde. Wir hatten erwartet, zur Rede gestellt zu werden, unser Tun verteidigen zu müssen, aufgefordert zu werden, die Dämonenarche zu übergeben. Tatsächlich aber spielten diese Punkte eine sehr untergeordnete Rolle. In Wahrheit dominierten die Pfeffersäcke diese Beratung! Stoerrebrandt, die Nordlandbank und selbst der Bund des Roten Salamanders hätte nichts lieber getan, als sich in die Arche einzukaufen, als sei es eine fette Handelsbarke! Selbst als der Kapitän solchem Ansinnen eine eindeutige Absage erteilte, hörten sie nicht auf, sich zu überbieten und diesen Punkt immer fort einzuwerfen. In Wahrheit war dieser Rat eine schändliche Auktion!

Den Einwürfen der Kirchen gebührt mehr Achtung, wobei allein die Vertreterin der PRAios Kirche ihren Standpunkt in aller Entschiedenheit vortrug und die zweifelhafte Natur unserer Pläne zur Debatte zu stellen suchte. Allein, ihr Ausgangspunkt war derartig naiv und banal, dass es schwerfiel, ein ernsthaftes Gespräch mit ihr zu führen. Ob die Arche sicher schiffbar sei, gänzlich gefahrlos – bei den Niederhöllen, wir führen Krieg wider die Blutige See! Natürlich ist das niemals sicher und auf einer dämonischen Bestie zu reiten, gehört sicherlich zu den unsichersten Unternehmungen, auf die irgendjemand sich einlassen kann. Bei so viel Naivität gab es gar keine Möglichkeit, zu klären, ob unser Vorgehen strategisch und taktisch sinnvoll war, wie gemeinsam vorgegangen werden könnte, um dem Feind endlich hart zu treffen! Stattdessen wollte von Gulnitz den Dämon langwierig erforschen, worin ihr die Weisen nur zu gern beipflichteten. Bei HESinde, welch Irsinn war dies, die abscheuliche Kreatur zu studieren! So wenig wie möglich von der abartigen Natur dieses Geschöpfes finsterer Magie sollte bekannt werden und was es darüber herauszufinden galt, wie man es schwächte und töten konnte, würden wir das schon selbst herausfinden. Wenn jetzt lang geforscht wird, verlieren wir endgültig jeden militärischen Vorteil, den wir aus der Inbesitznahme der Bestie schlagen können. Schon jetzt weiß offenbar halb Aventurien, wer an Bord der Gezeitenspinne reist. Das Ansinnen der PRAios Kirche war vollkommen indiskutabel und eben so schwierig erschien es, mit der aufgebrachten Nadjescha von Gulnitz zu debattieren, die ihren Stuhl umwerfend die Halle verließ, nicht ohne uns die Kirchenacht anzudrohen. Ich frage mich, was die Frau geritten hat, sich so aufzuführen.

Nach ihrem Abgang allerdings verwandelte sich der Rat endgültig in eine Markthalle, in der alle bloß noch um ihre persönlichen Vorteile schacherten.

Welch erbärmliches Schauspiel war das! Es ist kein Wunder, dass wir diesen Krieg verlieren, wenn in den Räten statt Strategiedebatten Kriegsgewinnler das Wort führen und statt Bündnissen zwischen Kriegern Handelsverträge unter Pfeffersäcken geschlossen werden!

Letztendlich würden wir mit den Stoerrebrandts, der Nordlandbank und dem Bund des Roten Salamanders später noch Einzelgespräche führen müssen, denn wir waren auf Ausrüstung und Verbindungen dieser Leute angewiesen, aber keinen Fußbreit von der Arche selbst würden wir abtreten, darin war Kapitän Finjan klar gewesen.

Überhaupt war ich sehr stolz auf meinen Kapitän, der unsere Sache so bestimmt wie klar vertreten hat. Darum hielt ich mich zurück und sagte selbst wenig. Denn Unterstützung hatte der Kapitän keine nötig, und dass er allein für uns sprach, sollte seine Autorität vor den Anwesenden nur stärken.

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