Gespielt am: 29. Mai 2021
Wie sich für die inquisitive Magierin Xindra herausstellte, diente der sture Kapitän Finjan Pettersen vor Jahren an Bord einer der Schivonen der Piratenjäger, die sich die Seewölfe nennen. Die Wiederbelebung jener Kontakte aus jungen Tage soll dem Kapitän einst noch zum Vorteil gereichen. Doch zunächst gilt es, die Gezeitenspinne auszustatten.
12.FIRun 1026 BF
Die nachfolgende Besprechung am heutigen Morgen wurde frühzeitig durch eine schmächtige Frau unterbrochen, die aufgeregt in den Schankraum des Rum & Grog platzte und hibbelig verkündete, die >Urischar< bekäme keinen Liegeplatz. Die Urischar sollte sich als Kapitän Pettersens ursprüngliches Schiff entpuppen, und die aufgekratzte junge Person als seine Schiffszimmerfrau Leta Skenskoje. Ihrem vermeintlichen Problem ließ sich leicht Abhilfe schaffen, nun da der Kapitän über ein Kontor am Festumer Hafen vefügte.
Wir zogen den ohnehin anstehenden Besuch dieses unseres Kontors somit vor und begaben uns alle zusammen hinunter zum Hafen, um das Schiff zu seiner Liegestelle zu lotsen. Sobald das erledigt war, wandten wir uns dem neuen Besitz des Kapitäns zu. Er öffnete das schwere Schloss des geräumigen Gebäudes. Im Inneren hatte sich eine fingerdicke Staubschicht über alles gelegt. Also einen ihrer Aktivposten hatte die Nordlandbank da ganz gewiss nicht für uns geopfert. Davon ab hielt das kompakt in den Hafen gesetzte Haus jedoch, was uns versprochen war, und wird sich mit ein wenig Aufwand aber ohne Schwierigkeiten an unsere Zwecke anpassen lassen. Es muss eben bloß jemand etwas Ordnung machen.
Uns erwarteten an diesem Tag jedoch ganz andere Aufgaben. Zunächst einmal wurden die Truppführer der Söldnereinheiten vorstellig, an welche der so überaus hilfreiche Hafenmeister unser Truppengesuch weitergeleitet hatte. Wie bestellt, traten sie vor dem Kontor an, wo Kapitän Pettersen die Anführer der Reihe nach inspizierte. Seine eher nebenbei fallen gelassene Bemerkung, er sei auf der Suche nach Truppen, um mit ihnen eine Dämonenarche zu bemannen, stieß auf wenig Begeisterung, zwei der Söldnerführer zogen sogleich ab. Bloß die Thorwalerin war gleich begeistert bei der Sache, aus welchem Grund auch immer. Dessen ungeachtet erschien es mir abermals nötig, selbst einzugreifen, ehe die unaufgeräumte Art des Kapitäns alle vergraulte, die für uns als Besatzung in Frage kamen. Ich wies die Verbliebenen auf jenen Artikel in der Festumer Flagge hin, welcher dem Kapitän so viel Verdruss bereitet hatte, uns nun aber zu pass kam, denn davon hatten die Leute gehört, und zu erfahren, dass sie es mit eben jenem Kapitän Finjan Pettersen von Neersand zu tun hatten, ließ die ganze Angelegenheit in anderem Licht erscheinen.
Die Auswahl war begrenzt. Wir benötigten ein Banner Artillerie, ein Banner leichte Infanterie, ein halbes Banner Schützen und ein halbes Banner schwere Infanterie. Sehr viel mehr Leute würde die Arche kaum fassen, angesichts all der übrigen Besatzung, die wir an Bord unterbringen mussten, außerdem wäre es nur bedingt möglich, den Sold für mehr Kämpfer aufzubringen. Am wichtigsten war das Artillerie-Banner, schließlich musste jemand all die vortrefflichen Geschütze bedienen, die ich beschafft hatte. Drei Kommandanten bewarben sich um die Aufgabe. Bror der Rotzer hatte eine große Klappe, wusste aber nichts zu sagen. Er erweckte den Eindruck eines Aufschneiders. Magnus von Ebersfeld war der Einzige mit zumindest etwas Erfahrung im Seekampf gegen Archen. Nadia Axbauer andererseits hatte auf den Vallusanischen Weiden gegen Borbarads Truppen gefochten, genau wir der Kapitän. Die Entscheidung zwischen den letzteren beiden fiel daher ohne zusätzliche Referenzen schwer. Am Ende erschien jede Erfahrung mit Dämonenarchen als Vorteil, weswegen der Kapitän von Ebersfeld mit seiner Truppe anheuerte. Schützenregiment gab es nur ein, geführt von einem Mann, der sich als Firunspfeil vorstellte. Schließlich blieben drei mögliche Infanterie-Regimenter. Chahare aus Al Anfa befehligte die Schlächter von Ner, die sowohl schwere als auch leichte Infanterieblöcke stellen konnten. Die Thorwalerin Yasma Korjasdottir bot ihre Söldner als schwere Infanterie an. Über leichte Infanteristen gebot zuletzt ein Hauptmann aus Drachenzwinge. Hier hatte der Kapitän sich rasch eine Meinung gebildet. Er nahm den Al Anfanern für schwer gepanzerte Truppen und die Leute des Mannes aus Drachenzwinge als leichte Infanteristen. Die Thorwalerin machte aus iher Enttäuschung, diese Gelegenheit verpasst zu haben, keinen Hehl. Den gedungenen Hauptleuten trugen wir auf, in einer Woche mit den geforderten Truppen vor dem Kontor anzutreten. Sie versicherten, bis dahin die verlangte Anzahl beibringen zu können, obwohl wir uns mit ihnen einig waren, dass jeder einzelne Soldat die freie Wahl haben musste, an Bord einer Arche zu dienen oder nicht. Wenn wir eins nicht brauchen konnten, dann unwillige Drückeberger, die gegen ihren Willen gezwungen worden waren, sich dieser diffizilen Unternehmung anzuschließen. Zumindest diese Angelegenheit war damit erfreulich zügig abgehakt.
