[30.4] Ein nordischer Seebund? AudF

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[7.2] Thorwaler und Novadis
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Gespielt am: 23. Mai 2021

Nach dem ersten in Festum abgehaltenen Rat über die Zukunft der gekaperten Dämonenarche wurde zukünftiger Archenkapitän Finjan auch noch zu einem engeren Rat unter Autoritäten der Seefahrt geladen, in der die Nützlichkeit der Arche erörtert werden soll. Nun warten alle gespannt auf Finjans erste Berichte.

Dessen ungeachtet eröffnete der Admiralissimus nun ersteinmal die Beratung, da endlich alle versammelt waren. Gleich zu Beginn stellte er auf sein Ansinnen ab, in dieser Runde einen Elitekader der Seekriegsführung aufstellen zu wollen. Ladwenja von Tsastrand fuhr ihm jedoch sogleich in die Parade, in dem sie Kund tat, keinesfalls Frieden mit Archenkapitänen schließen zu wollen.

Bevor die Unterredung an dieser Stelle schon gleich festgefahren wurde, forderte man dann doch Kapitän Pettersen auf, sich zu erklären und zu berichten, wie es sein konnte, dass er ohne Verrat in den Besitz einer Dämonenarche gekommen war.

Sehr zurückhaltend berichtete der Kapitän von den Wegen, die ihn hierhergeführt hatten. Insgesamt erschien mir sein Bericht zu zögerlich und nicht pointiert genug, um das Misstrauen seiner Zuhörerschaft zu zerstreuen. Zugleich gab er die falschen Details preis, Angelegenheiten, die er in dieser Runde besser unerwähnt gelassen hätte. Der Diebstahl auf Maraskan im Zuge einer Geheimmission, den er erwähnte, wird nicht nur mein aufmerksames Interesse erregt haben.

Der Bericht seines Ersten Offiziers gereichte ihm mehr zur Ehrenrettung. Er berichtete Vieles von dem, was ich bereits oberhalb zusammengefasst habe, von seiner Aufnahme in die Reihen der Seewölfe, deren Suche nach Finjan Pettersen, wie sie ihn in Khunchom wieder auf die Spur kamen und er, Kolokewski, sich freiwillig meldete, um den Mann, der behauptete, Finjan Pettersen von Neersand zu sein, zu überprüfen und zu diesem Zweck sein Erster Offizier wurde. Es wäre interessant zu wissen, wann Kapitän Pettersen erfuhr, was da gespielt wurde, und ob er selbst Verdacht schöpfte. Bei dem, was uns nun bevorsteht, würde ich mir wünschen, er hätte ein so gutes Gespür für seine Leute, dass er selbst seinem Offizier auf die Schliche kam, doch ahne ich, er tat es nicht. Bloß gut, dass dieser sich als solch loyaler Mann erwies, dass er gleich im Anschluss sogar seinen Abschied aus den Reihen der Seewölfe bekannt gab, um der Sache des Kapitän Pettersen als Erster Offizier nun offiziell zu dienen. Sein abschließend vorgetragener Bericht über die Geschehnisse in Vallusa beleuchtet die bisher erhältlichen Berichte in neuer Weise, gleichwohl viele Fragen offen bleiben. Ich halte das Geschehen in der Heimatstadt des Geweihten für sehr bedeutsam für die Archenforschung und wenngleich das Efferdhorn außerhalb unserer Reichweite ist, werde ich bald daran gehen, Zeugen der Ereignisse zu befragen, um mehr Details herauszufinden. Sobald wie möglich sollte eine Untersuchung innerhalb der Mauern Vallusas veranlasst werden. Zunächst bleibt hier jedoch genug zu tun, denn meinem Eindruck nach, haben die Männer nicht alles berichtet, was sie über den Vorfall wissen, wenngleich ich nicht davon ausgehe, dass sie über intimere Kenntnis der Hintergründe der Vorgänge verfügten. Vermutlich sind sie mehr oder minder in die Sache hineingestolpert, wobei es zu bedenken gilt, ob es mit Finjan Pettersen nicht mehr auf sich hat, als es den Eindruck macht. Dieses spezielle Horn zu blasen war keine Tat, die zu vollbringen jeder Beliebige in der Lage gewesen wäre. Wie das zu deuten ist, bleibt zunächst offen. Selbst die Priesterschaft zeigt Unsicherheit, den Vorgang zu deuten. Es wird klarer, dass Kapitän Pettersen ebenso sehr Studienobjekt ist wie die Arche selbst. Die Verbindung von Kapitän und Arche ist weiterhin ungewiss, sie zu ergründen ist überaus bedeutsam, in diesem speziellen Fall sogar noch mehr als ohnehin schon. Auch den Geweihten Sturmbund muss ich zum Geschehen in seiner Heimat dringend befragen. Sein Verschwinden erweist sich zunehmend als Ärgernis und dürfte bei Anderen die Skepsis angesichts dieser ganzen Angelegenheit bloß umso mehr befeuern.

Der Admiralissimus jedenfalls nutzte den Moment, seine Vorstellung einer zukünftigen Zusammenarbeit ins Spiel zu bringen, indem er den Vorschlag unterbreitete, die Dämonenarche unter Kapitän Pettersen könne als Geleitschutz für Handelskonvois in Erscheinung treten. Ob die Händler sich dadurch im Mindesten sicherer fühlen würden, wage ich allerdings zu bezweifeln.

Taras Radschikim fügte an dieser Stelle seinen Bericht über die Entwicklung des Piratentreibens in der Bucht ein. Er legte uns dar, dass Xeraans Piraten mittlerweile zusehends nach Norden vorstoßen. Drei ihrer Schiffe hatten sie kürzlich versenkt. Das Kopfgeld liegt für einen lebenden Piraten derzeit bereits bei einem Dukaten. Hingegen werden Thorwaler kaum noch gesichtet. Ich meinte, bei dieser Bemerkung eine gelinde Enttäuschung auf des Kapitän Pettersens Gesicht ausmachen zu können, die just zuvor nicht da gewesen war. Ich kann mir keinen Reim darauf machen, was das zu bedeuten hat. Kapitän Radschikim fuhr fort, zu erläutern, dass die Efferdbrüder an den Küsten wachten, weiter draußen aber weitere Gefahren lauerten. El Harkir soll sein Unwesen momentan besonders gern an der Nordspitze Maraskans treiben. Dazu komen weitere namhafte Piratenkapitäne, die ihrerseits zum Teil auch im Kampf mit Haffax liegen. Zuletzt lauert dort draußen natürlich nach wie vor der selbsternannte Schwarze General Darion Paligan mit seiner übermächtigen Plagenbringer.

Die Feinde in der Blutigen See sind so zahlreich; der von Pjotrew Hjolmen folgende Vorschlag war von einem Gebot der Logik bereits zu einem Gebot der Notwendigkeit geworden, wollte man sich ihrer noch ernsthaft erwehren. Wäre es anders, hätte die Admiralität ihn im Beisein eines Archenkapitäns gewiss niemals ausgesprochen, gleichgültig, wer er war. So aber beschrieb Hjolmen seine Vision eines Bundes wider die Blutige See. Ein reichlich ambitioniertes Unterfangen, schaute man auf die Entwicklungen der letzten Jahre zurück. Der Kapitän der Marschallin Jadvige von Hummersgraben war sich durchaus im Klaren, welch langfristiges Unterfangen er hier anzustoßen gedachte, welch umfangreiche Vorbereitung etwas Derartiges benötigte. Er setzte dabei darauf, bereits taktische Schläge durch die Dämonenarche im Vorfeld durchführen zu lassen. Er glaubt, sie könne den Feind schwächen, während eine entsprechende Allianz sich festigt. Sein Ziel dabei ist so klar wie ambitioniert. Nicht weniger als die Rettung der Tobrischen See und des Perlenmeeres hat er sich auf die Fahnen geschrieben.

Der Admiralissimus höchst selbst warf nun sein Gewicht in die Wagschale, zugleich hielt er es für angebracht, die Sache ins rechte Licht zu rücken, indem er die angestrebte Allianz als Zweckbündnis deklarierte. Die heutige Versammlung sei als Auftakttreffen zu verstehen, weitere Treffen sollten je nach Bedarf folgen.

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