[30.5] Die Zeiten ändern sich AudF

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[7.2] Thorwaler und Novadis
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Gespielt am: 23. Mai 2021

Die Meinungen über den Einsatz der Arche unter der Autoritäten der bornischen Seefahrt ist gespalten. Während sich die Admiralität eher pragmatisch zeigt, schwört die Hauptfrau der Bewaffneten Efferdbrüder Ladwenja von Tsastrand, die Arche sofort unter Beschuss zu nehmen, sollte sie jemals ihren Weg kreuzen. Doch Finjan ist entschlossen.

Da hatte man einiges an uns herangetragen, vom Begleitschutz über die Piratenjagd bis hin zur Vorbereitung einer Offensive gegen die Blutige See. So mancher hatte offenbar sehr wohl erkannt, welche Möglichkeiten in jenem Machtmittel steckten, welches Finjan Pettersen da in die Hände gefallen war, sofern man wagte, es entsprechend einzusetzen. Damit war aber auch klar, dass ein Großteil der kommenden Kämpfe auf die Dämonenarche entfallen sollte. Zumal einige wohl durchaus daran denken, dass man sie wenigstens los wäre, sollte sie dabei zerstört werden. Genauso aber könnte sie auf diesem Weg dem Feind wieder in die Hände fallen. Ich bin mir nicht sicher, ob man das gründlich durchdacht hat. In jedem Fall ist es von höchster Bedeutung, so rasch wie möglich die Geheimnisse der Arche zu erforschen, so lange Zugriff darauf besteht, und um diesen Zugriff zu sichern. Denn der Kapitän Pettersen zeigte sich nur zu gern bereit, dem Vorschlag zu entsprechen und sich an einem solchen Vorhaben zu beteiligen. Das entspricht gewiss seinen eigenen Zielen und erlaubt ihm obendrein, schön Wetter bei der Admiralität zu machen. Bei der Admiralität, nicht aber bei allen, gewiss nicht bei Ladwenja von Tsastrand, die ihre Empörung angesichts des eben vernommenen Vorschlags nicht länger bezähmen mochte, und sich in heftigen Anwürfen gegen Kapitän Pettersen erging. Das ungemein streitlustige Naturell des Kapitäns hatte ich zur Genüge ergründet, um zu erkennen, dass ich an dieser Stelle doch selbst eingreifen musste, sollte der nun ausbrechende Disput nicht alle unsere Pläne gleich im Keim ersticken. Der Missmut der Kirchen ist eine potentielle Bedrohung des Unterfangens und die Feindschaft eines bewaffneten Arms einer Kirche ist eine ganz konkrete Gefahr für die Arche. Zum Glück besänftigten meine Worte Tsastrand soweit, dass sie das Ausstellen eines unmittelbaren Schießbefehls auf die Dämonenarche zunächst noch aufschob. Doch das mag noch kommen, denn sie rauschte mit solch entfesseltem Gemüt hinaus, dass sie jede Flaute aus der Blutigen See hätte fegen können. Ganz offenkundig hätte sie nichts lieber getan, als unsere Arche als aller erstes aus der Blutigen See zu fegen. Für jene, die den Feind aus tiefstem Herzen hassen, gibt es nur eins, das schlimmer ist als dessen Soldaten – die Verräter aus den eigenen Reihen.

Genau das werden nicht wenige in Kapitän Pettersen sehen – so wie Ladwenja von Tsastrand. Darin mögen die Bewaffneten Efferdbrüder den verbohrten RONdrianern ebenso nahestehen, wie den Weißmagiern. Lieber im blitzblanken Ornat untergehen, als zu riskieren, sich ein wenig dreckig zu machen, und zu entdecken, dass es Optionen geben könnte, der eigenen Sache zum Sieg zu verhelfen, sofern ein wenig pragmatische Flexibilität an den Tag gelegt wird. Nobel geht die Welt zugrunde. Kapitän Pettersen ist zumindest ein Mann, der das verstanden hat, wie mir scheint. Zu schade, dass die sture Tsastrand da nicht mitziehen mag. Denn im Übrigen weisen sie und Pettersen doch recht kompatible rauflustige Gemüter auf. Es wäre sehr erheiternd, die beiden zusammen zu stecken, und zu sehen, was passiert. Ließe sich Tsastrand für unsere Sache gewinnen, könnten die beiden den Kern einer sehr angriffslustigen Allianz bilden. Derzeit jedoch ist darauf nicht zu hoffen, und wir können froh sein, wenn es nicht zu einem frühzeitigen Zwischenfall vor der Küste kommt. Tsastrand könnte ein Problem darstellen, um das sich gekümmert werden muss.

Alle Übrigen bekundeten einhellig ihre Unterstützung für die angedachte Allianz unter der Parole >Wider die Blutige See!<

Damit endete der Rat.

Im Anschluss lud der Kapitän Pettersen die Seewölfe in die nächste Taverne ein.

Zuvor passte uns allerdings Milota Tsirkevist ab, die das Angebot der Nordandbank erneuerte, dem Kapitän für seine Unternehmungen im Festumer Hafen ein Kontor zu überlassen, im Gegenzug für das Recht, seine Prisen mit entsprechender Gewinnbeteiligung weiter zu vertreiben. Der Vertrag, der dem Kapitän überreicht wurde, bescheinigte angemessene Konditionen, gegen die nichts einzuwenden war, womit ich es dem Kapitän überließ, diesbezüglich eine Entscheidung zu treffen. Pettersen willigte ein.

Gegen Mittag kehrten wir dann zu einigen Meskinnes ein. Der Erste Offizier Kolokewski begleitete uns ebenso wie die Kapitäne Radschikim und Bornländer, der wie ein Schatten von einem Mann begleitet wurde, den man mir als Amrychoth vorstellte.

Die Piratenjäger ergingen sich in alten Geschichten. So interessant dieses Hintergrundwissen auch war, kamen sie kaum auf die relevanten Details zu sprechen und ließen sich nicht dazu bewegen, mehr über die Ereignisse des letzten Jahres zu berichten, wie ich eingangs bereits notierte. Die Männer waren nostalgischer Stimmung und mussten zu unserem Bedauern bereits vor dem Abend wieder auslaufen. Das war bedauerlich. Mir wären einige Möglichkeiten eingefallen, Nutzen aus einer längerfristigen Anwesenheit zu ziehen. Zumindest stießen sie noch auf die Zukunft des Bündnisses an, das zuwege zu bringen sie hofften. Mit dem anbrechenden Nachmittag verabschiedeten sich die Seewölfe. Kapitän Bornländer ging mit Worten, die sich dereinst als prophetisch erweisen sollen:

>Ich habe heute gesehen, wie ein Toter wiederauferstand und wie das Böse zum Guten wurde. Die Zeiten ändern sich.<

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