Gespielt am: 29. Mai 2021
Die Verhandlungen mit Arvid Stoerrebrandt verliefen eher mäßig für den Magnaten, denn der Kapitän blieb standhaft in seiner Position, die Arche würde nicht für Geschäftszwecke eingesetzt. Ein Ergebnis, mit dem die Magierin Xindra sich durchaus anfreunden konnte, auch wenn das ihre Freundesliste nicht gerade vergrößert.
16.FIRun 1026 BF
Die vergangenen Tage waren mit allerlei Angelegenheiten gut gefüllt, auf die im Einzelnen hier einzugehen überflüssig ist. Neben kleinteiligen Schiffsangelegenheiten habe ich die Zeit insbesondere genutzt, die Expedition der Halle des Quecksilbers auf die Dämonenarche vorzubereiten, die Zusammenstellung der Ausrüstung zu überwachen, die Auswahl der Teilnehmenden abzuschließen, Einweisungen zu geben und weitere Aufgaben zu verteilen. Unsere Forschungen werden ein wichtiger Bestandteil der bevorstehenden Unternehmung sein, das wird selbst Kapitän Pettersen noch einsehen. Mit den kleinteiligen Entscheidungen aus dem unmittelbar maritimen Bereich sollte er wohl eine Weile allein zurechtkommen, das ist schließlich sein Fachgebiet. Außerdem hat der gute Kolokewski ein wachsames Auge auf alles; wachsamer als der Kapitän bemerkt, will mir scheinen. Hingegen ist der Geweihte nach wie vor verschollen, was ein kleines Ärgernis zu werden beginnt.
Heute fanden wir uns wieder zu einer grundsätzlicheren Besprechung zusammen. Nach wie vor schweigt sich Kapitän Pettersen darüber aus, wo genau die Arche verborgen liegt. Klar ist jedenfalls, dass sie ein gutes Stück abseits von Festum irgendwo in den Ausläufern der Bucht vor Anker gegangen ist, was bedeutet, dass wir rund 200 Besatzungsmitglieder, Geschütze, Proviant sowie sonstige Ausrüstung eine nicht unbeträchtliche Wegstrecke transportieren müssen. Über Land würde dies dauern, zusätzliches Material wie Zelte erfordern und aufmerksamen Augen unmöglich entgehen. Die Urischar andererseits müsste auffällig oft in den Hafen ein- und wieder auslaufen, um alles an Bord zu schaffen. Ein Schiff für den Transport zu chartern, würde dessen Mannschaft einiges zum Tratschen bieten, selbst wenn es nicht unmittelbar bis zur Arche fahren würde. Überall richten sich viel zu viele Blicke auf uns. Keine Option erschien sonderlich zufriedenstellend. Zu einem unvorhergesehenen Ausweg verhalf uns ein unerwarteter Bote.
Weit ehe das PRAios Auge seinen höchsten Stand erreicht hatte, tauchte ein müder Söldner des Kapitäns auf, um eine Botschaft von Bord der verborgenen Dämonenarche zu überbringen. Wer auch immer dort das Kommando führt – der Kapitän mochte sich darüber nicht näher auslassen – hatte den Mann mit Namen Dynar entsandt, um mitteilen zu lassen, die Arche könnte mittlerweile womöglich zu schwach sein, um zurück zum Unwasser zu gelangen, von dem sie sich ernährt, wenn sie nichts Anderes erhält oder erbeuten kann. Tatsächlich ernährt sie sich von Schiffen, die sie auf See stellt. Nachdem die Besatzung alles von Wert für sie geplündert hat, verschlingt die Arche das Wrack mit ihrem Maul, worin sie alles absorbiert, dass sie sich damit einverleibt. Wovon die Berichte, die bisher gesammelt worden sind, bereits zeugten, kann durch die Erzählungen Kapitän Pettersens über seine Begegnungen auf See mit weiteren Dämonenarchen sowie seiner Beobachtungen an Bord der geenterten Arche als gesichertes Wissen gelten. Diese neue Information veränderte die Sichtweise auf unser erstes Problem – den Transport von Ausrüstung und Besatzung zur Arche -, da wir nun ein zweites hatten – die Arche vor dem Verhungern oder zumindest der Einsatzunfähigkeit zu bewahren. Die Notwendigkeiten legten mit einem Mal eine neue Lösung nahe. Wir würden ein zum Abwracken aussortiertes Schiff zu vergleichsweise geringen Kosten erstehen, es für eine Fahrt zur Arche seetüchtig herrichten, um damit als Begleitung der Urischar alles Notwendige ohne Verzögerung direkt zur Arche zu schaffen. Bei ihr eingetroffen, sollte die Arche sich an dem unbrauchbaren Schiff laben, um genug Kraft zu haben, wieder zum Unwasser der Blutigen See zu gelangen. Der Erste Offizier übernahm die Aufgabe, im oberen Hafen ein zweckdienliches Futterschiff, wie ich es nennen möchte, zu erstehen. Meinerseits begleitete ich derweil Kapitän Pettersen bei seinem Streifzug durch die Seemannskneipen auf der Suche nach einem Navigator; nicht allzu unerwartet verlief dieses Unterfangen fruchtlos. Herr Kolokewski hingegen wusste des Abends von einer übel zugerichteten Kogge zu berichten, die er zu einem akzeptablen Preis für unser Unterfangen hatte beschaffen können. Insofern erachte ich dies als einen zufriedenstellenden Tag.
Zwei Probleme und ein Rätsel gelöst ist keine schlechte Bilanz zum Ende eines Tages.
