[30.2] Streiche des Phex AudF

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[7.2] Thorwaler und Novadis
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Gespielt am: 23. Mai 2021

Während Oberins Abwesenheit tüfteln Finjan und seine rechte Hand Woltan Kolokewski die logistischen Hürden der Bemannung einer Dämonenarche aus, als sich die Festumer Magistra Xindra Meergenz anschickt, Teil der Expedition zu werden. Der Aufdringlichkeit der Magierin kann der Kapitän nicht viel abverlangen und weist sie somit ab. Doch sie hält das letzte Wort noch nicht für gesprochen.

Ihr erster Gang führte beide zur Hafenmeisterei, soweit ich herausgehört hatte, wohl um sich einmal nach Ausrüstung, insbesondere Geschützen, und verfügbaren Mannschaften zu erkundigen. Die Idee war gut, die Frage war, ob sie es verstanden, den bräsigen Hafenmeister für ihre Angelegenheiten aufgeschlossen zu stimmen.

Lange brauchte ich nicht zu warten, bevor sie wieder herauskamen. Ihren besorgten wie ratlosen Minen war aus 150 Schritt Entfernung zu entnehmen, dass sie gar nichts in Erfahrung gebracht hatten. Bei PHEx, dieser Mann trägt hoffentlich einen Helm mit Visier im Kampf, sonst weiß der Gegner, was er zu tun erwägt, noch bevor er es selbst entschieden hat!

Ich besann mich eines Besseren. Wenn ich nichts unternahm, würden wir hier etliche Tage ergebnislos verschwenden, und meine Gelegenheit, an Bord der Dämonenarche zu gelangen, am Ende noch ungenutzt verstreichen.

Auch seinen nächsten Gang hatte ich dem Kapitän von der gerunzelten Stirn abgelesen. Die Herrin RAHja sollte ihm eingeben, eine Perücke zu tragen. Das würde sein Aussehen in dieser Umgebung etwas gleichermaßen Respektables wie Schneidiges geben, anstatt dieses verschwitzten Kriegercharmes, der zumindest die Admiralität wohl weniger für ihn einnehmen wird. Von diesen Seekriegern haben sie viele gesehen, und glauben, zu wissen, wie sie handeln. Vielleicht ließe sich selbst das zu unserem Vorteil nutzen, doch zweifellos sollte jemand den Kapitän anleiten, jegliche Gelegenheit zum eigenen Vorteil zu nutzen, gleichsam die eigene Erscheinung. Kapitän Pettersen ist kein hoffnungsloser Fall, davon gehe ich nicht aus, aber jemand sollte ihm schleunigst Einiges beibringen. Ob dieser Geweihte ebenso begrenzt ist? Jedenfalls sollte er seinen Kapitän besser beraten. Allerdings scheint diese Rolle jetzt beim Ersten Offizier zu liegen, von dem ich bisher aber nur wenig weiß. Diesbezüglich muss ich baldmöglichst Nachforschungen anstellen.

Zunächst aber war es ganz klar an mir, etwas Schwung in die Sache zu bringen. Dazu war es wohl an der Zeit, mich etwas geschmeidiger zu geben. Ich sorgte dafür, dass Kapitän Pettersen nicht an mir vorbeikam, als er auf der Suche nach den Hallen des Bundes des Roten Salamanders an den Hallen des Quecksilbers mit suchendem Blick vorbeilief. Ganz klar freute er sich, mich zu sehen. Jedenfalls ergab er sich in sein Schicksal. Ich setzte darauf, dass er auf See erfindungsreicher ist. In Festum sah er sich offenbar genötigt, sich in meine Hände zu begeben. Dadurch kamen wir immerhin schneller voran.

Die Halle des Bundes des Roten Salamanders war gar nicht zu verfehlen. Geneigterweise lief uns sogar der gesuchte Arbert II. von Bolstett sogleich über den Weg, der uns in sein Labor bat. Zuvor flackerte ein letztes Mal der Widerstand des Kapitäns auf, der meinte, mich nun wieder hinfort scheuchen zu können. Zu seinem Glück schätzte der Erste Offizier die Situation vernünftiger ein und überredete Kapitän Pettersen, mich der Unterredung beiwohnen zu lassen. Ein gut gewählter Beraterstab ist für jeden Anführer eine Notwendigkeit und hierbei für eine ausgewogene Zusammenstellung Sorge zu tragen, zeichnet einen Anführer ebenso aus wie seine eigenen Kompetenzen. Die Stärken und Schwächen seiner Untergebenen zu kennen gleichsam den eigenen, ist eine wertvolle Fähigkeit. Möglicherweise zählt zu den Stärken des Kapitäns mehr die Mannschaftsführung. Die Verhandlungskunst tut es eher nicht.

Mit von Bolstett eine für beide Seiten vorteilhafte Übereinkunft zu treffen war keine Schwierigkeit. Dienst auf einer Dämonenarche zu versehen, indes man den eigenen Forschungen so viel unbekannten Raum geben kann, war schlicht zu verlockend. Gleichwohl hätte dies ein teures Vergnügen für Kapitän Pettersen werden können, der mit Alchemisten nicht vertraut genug war, um zwischen den Zeilen herauszulesen, welch exorbitant übertriebene Zutatenliste der gute Bolstett uns dann unterjubeln wollte. Wer will´s ihm verdenken. An seiner Stelle hätte ich das Gleiche versucht.

Diese erste Darlegung meiner Nützlichkeit verschaffte mir sogleich die zweite Gelegenheit dazu. Richtig genutzt sollte sie den Kapitän überzeugen, mich einstweilen in seiner Nähe zu dulden, sodass ich ihn weiter für mich einnehmen könnte. Tatsächlich ergab es sich, dass ich mich unentbehrlich machte, als ich Kapitän Pettersen anbot, meinerseits die benötigten Auskünfte bezüglich der Beschaffung von Waffen und Söldnern in der Hafenmeisterei zu besorgen. Gewiss wusste ich ein paar Dinge, welche weder der Kapitän Pettersen noch sein Erster Offizier Kolokewski wissen konnten. Dazu die richtigen Worte, die richtigen Taten zur richtigen Zeit, und simple Männer wie der Hafenmeister sind jedem rasch gewogen. Wo schließlich das ins Werk gesetzte Kabinettstück das Aug´ erregt, dass PHEx einen schelmenhaften Blick hinzu wirft, da ist im Nu ein waffenstarrendes Arsenal zum Spottpreis aus den Kellern der Hafenmeisterei gewonnen. Der geheimniskrämerische Gott scheint diebischen Spaß an diesem Unterfangen so tolldreister Natur zu haben. Ein geneigtes Spektakel soll´s nur werden. Niemand pustet diese Dämonenarche aus dem Wasser, ehe ich ihren wühlenden Eingeweiden nicht all ihre Geheimnisse entrissen habe.

Nicht anders wird es nun sein, denn als ich zurück im Rum & Grog war, da legte der Kapitän Finjan Pettersen die Festumer Flagge fort, auf deren Titelseite, mit seinem Namen in großen Lettern darauf, er heute wohl nicht zum ersten Mal mit fassungslosem Blick und recht pikiert stierte, als könne er nicht fassen, wie bei allen Zwölf Göttern jemand es wagen könne, seine Taten in Vallusa niederzuschreiben und abgedruckt unter das Volk zu bringen. In nicht allzu guter  Stimmung wandte er sich also mir zu, um einen Bericht zu bekommen und bekam eine lange Liste mit Schiffsgeschützen und einer schier obszön niedrigen Summe als zugehörigem Rechnungsposten, an denen nun sein völlig fassungsloser Blick sich heftete. Der Erste Offizier staunte nicht minder. Sie boten mir umgehend einen Stuhl an, um meine Meinung zu ihren Plänen in Festum zu hören. Ich hatte sie in der Tasche. PHEx sei´s gedankt!

Der nächste Teil der Unternehmung kann ab sofort ins Werk gesetzt werden, mit besseren Aussichten und früher als gedacht.

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