[30.3] Die Marine des Nordens AudF

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[7.2] Thorwaler und Novadis
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Gespielt am: 23. Mai 2021

Die aufdringliche Magierin Xindra Meergenz möchte nicht locker lassen und ist entschlossen, sich des sturen Finjans Mannschaft anzuschließen. Nach einem phänomenalen Beweis ihres Handelsgeschicks beim Einkauf der Bordgeschütze, bleibt dem Kapitän praktisch nichts mehr anderes übrig als sie einzustellen.

11.Firun1026 BF

Für den heutigen Tag war das Treffen mit der Festumer Admiralität anberaumt worden. Die Bedeutsamkeit dieser Zusammenkunft für das weitere Geschehen stand außer Frage indes war ich mir nicht sicher, ob dem Kapitän Pettersen die Tragweite der Beratungen dieses Morgens a priori gleichfalls vollumfänglich vor Augen stand. Am Vortag hatten wir vereinbart, uns vor der Halle des Quecksilbers zu treffen, um von dort gemeinsam weiter zum Tempel des EFFerd zu gehen, in dem die Gespräche stattfinden sollten. Zu meiner Zufriedenheit tauchte der Kapitän pünktlich mit seinem Ersten Offizier vor den Toren der Halle auf, wo ich sie erwartet hatte. Unverzüglich begaben wir uns hinunter zum Tempel, schafften es aber nicht einmal in die Eingangshalle hinein, ehe wir aufgehalten wurden. Von einem Kai her schritt ein altgedienter Seemann auf uns zu und rief nach Finjan Pettersen. Der Kapitän Pettersen war hoch erfreut, als er des Mannes ansichtig wurde und eilte zu ihm hinüber.

Wie ich bald darauf erfuhr, handelte es sich um Fenew Bornländer, seines Zeichens Kapitän der Seewolf, ein alter Piratenjäger, unter dessen Kommando der heutige Kapitän Pettersen vor gar nicht allzu langer Zeit noch gedient hatte, ehe er sich bei Nacht und Nebel vollkommen unvermutet einfach auf und davon gemacht hat, für ungefähr ein Jahr spurlos verschwand und erst kürzlich in Khunchom wieder aufgetaucht sein soll, wo dieser Kolokewski ihn offenbar aufgespürt hat, im Auftrag eben jenes Fenew Bornländer. Wobei Kolokewski erst nach Finjan Pettersens Verschwinden zur Mannschaft Bornländers stieß.

Soweit konnte ich die Ereignisse aus Pettersens jüngster Vergangenheit rekonstruieren. Eine merkwürdige Geschichte ist das. Warum verschwindet ein geschätzter Seesoldat so einfach. Wichtiger noch, wie kommt es, dass er ein Jahr später als Kapitän einer Dämonenarche wieder auftaucht? Sind da bloß die Würfel des Glücks im Spiel, wie PHEx sie wirft oder gibt es zwischen den Ereignissen einen tieferen Zusammenhang, den noch keiner vor Augen hat? Alle werden sich das fragen, die davon Wind bekommen. Das wird für großes Misstrauen sorgen und dem Kapitän recht wahrscheinlich rasch einen bestimmten Ruf bescheren. Mittelfristig muss das alles andere als ein Übel sein. Es ist allgemein bekannt, dass PHExens Würfel gewissenhaft gezinkt sind. Hier unmittelbar in Festum allerdings ist eine solche Vorgeschichte eine ungemein hinderliche Sache, zumal es viel zu einfach war, dies alles herauszufinden. Nicht lange wird es dauern, bis jeder davon gehört hat. Ich werde mich daran machen, Licht in diese Angelegenheit zu bringen. Zum Wohle der Unternehmung – zugleich wahrscheinlich ebenso zum Wohle des Kapitäns – wird es notwendig sein, dass ich Finjan Pettersens Geheimnisse besser kenne, als er selbst.

Sobald der abgängige Geweihte wieder auftaucht, gilt es, so viel wie möglich über Pettersen aus ihm herauszubekommen. Umgekehrt gilt das Gleiche. Dem Vernehmen nach soll der Mann den Salutaristen nahestehen. Dessen ungeachtet wirft ein RONdra Geweihter, der auf einer Dämonenarche Dienst tut, wohlwollend formuliert, Lehrbücher voller Fragen auf. Dies ganze Unterfangen verspricht, zu einem prächtigen Kuriosum zu geraten. Da findet sich dem Anschein nach eine Besatzung auf der Dämonenarche ein, so honorig wie keiner je zu träumen gewagt hätte, darum sie aber in den Augen all jener, denen es an Wagemut mangelt, nur um so verufener erscheinen muss.

Die Unterredung, zu der wir uns nun gemeinsam begaben – denn der Kapitän Bornländer mit seinem Gefolge war dazu ebenfalls geladen – sollte das nur allzu deutlich zeigen. Noch im Eingang des Tempels ging Ladwenja von Tsastrand, die Hauptfrau der Bewaffneten EFFerd Brüder, den Kapitän Pettersen für sein in ihren Augen frevlerisches Unterfangen an, womit sie uns aber nur einen gelinden Vorgeschmack auf das offerierte, was während des eigentlichen Rates folgen sollte.

Wir setzten unseren Weg hinunter in die Eingeweide des Tempels fort, wobei der Kapitän erneut zurück blieb, um ein paar Worte mit einem alten Schiffskameraden zu wechseln. So langte er als Letzter in jenem Raum an, der an diesem Tag als Ratskeller diente. Wenn Pettersen ein wenig imposanter aufgetreten wäre, hätte er dabei wie jemand gewirkt, der in dem Selbstbewusstsein agierte, heute der wichtigste Gesprächspartner für alle zu sein. In seiner seemänischen Schnodrigkeit hingegen, wirkte er lediglich vertrödelt.

Dabei erwartete ihn um den Tisch versammelt eine in Seekriegsbelangen in dieser Kante Aventuriens durchaus bemerkenswerte Gruppe von Persönlichkeiten, teils aus eigenem Ansehen, teils angesichts der Kräfte, die sie vertraten. Zuvorderst ist unter ihnen der adlige Admiralissimus der Flotte zu Festum zu nennen, Neerjan Kumert von Neersand-Hinterbruch, der den Vorsitz führte. Die Stimme der Zicke Ladwenja von Tasstrand ist zu unserem Unglück ebenfalls nicht ohne Gewicht. Das bereitet mir momentan die größte Sorge. Doch da saßen auch einige andere erfahrene wie geachtete Piratenjäger versammelt. Neben Kapitän Bornländer waren dies Taras Radschikim, Kapitän der Galgentod und natürlich Pjotrew Hjolmen, Kapitän der Marschallin Jadvige von Hummergraben. Weiterhin geladen waren der unvermeidliche Avid Stoerrebrandt und ähnlich erforderlich eine Vertreterin der Nordlandbank in Gestalt von Milota Tsirkevist. Mit Vanjescha Karjensen war der versammelte Rat der Admiralität komplett und harrte angespannt dem, was Kapitän Pettersen zu sagen haben würde.

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