[2.1] Auf ins Ungewisse

Tagebuch des Oberin Sturmbund
Tagebuch des Oberin Sturmbund
[2.1] Auf ins Ungewisse
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Gespielt am: 16. März 2019

Oberin und Finjan haben sich in der Hafenstadt Havena dazu entschlossen gemeinsam den Pfad des Krieges wider die Blutige See zu beschreiten. Am Kai des Flusshafens musste Oberin jedoch seine kurzzeitige Romanze zurücklassen, die Tavernenwirtin Thalionmel Agilfried.

9.EFFerd 33 Hal,       Chand`Jarra

Im Nebel vor Morgengrauen sind wir an Bord des Flussschiffes Chand`Jarra unter dem Befehl des Kapitäns Sandström gegangen.

Uns wurden Schlafkojen zugewiesen, bevor der Kapitän in einem kurzen Gespräch sich einen Eindruck unserer Fähigkeiten verschafft hat. Zwar kann ich nicht mit Wissen über den Dienst an Bord des Schiffes dienen, doch sobald ich mich als Geweihter unserer Göttin RONdra zu erkennen gab, übertrug mir Kapitän Sandström die Aufgaben des Bordkaplans.

Finjan, der bereits Kriegsdienst an Bord verschiedener Schiffe geleistet hat, trug er die Stelle des Ersten Offiziers an, doch Finjan mochte sie nicht annehmen, ob schon er gewiss die notwendigen Fähigkeiten mitbringt. Es scheint mit der Mannschaft zu tun zu haben, die zu einem nicht geringen Teil aus Thorwalern besteht. Finjans Abneigung gegenüber diesen Landsleuten hat uns bereits in Havena in Schwierigkeiten gebracht, wobei er nicht bereit ist, sich diesbezüglich zu erklären.

Den Rest des Tages verbrachten wir damit, das Schiff kennenzulernen und erste Kontakte zur Mannschaft zu knüpfen. Abgesehen von den jederzeit für ein Spielchen bereiten Thorwalern sind die Charaktere an Bord alles andere als einfach, doch vielfältig, vom Krieger, der unsere Sprache kaum zu sprechen scheint über den Gelehrten, der uns seiner Gegenwart kaum für würdig erachtet, bis zum wirres Zeug redenden Seemann ist alles vertreten. Besonders aufgefallen ist mir ein bärbeißiger Krieger, der eine sehr junge Frau beschützt. Sein unangemessener Umgangston – im Verhalten, unserer Sprache will auch er nicht mächtig sein – wird noch zu thematisieren sein.

Doch ich muss mich selbst etwas zurücknehmen. Mir obliegt es nun, diesen – man könnte wohl sagen, zusammengewürfelten Haufen zu einer kampfbereiten Truppe zu vereinen. Das erscheint als keine leichte Aufgabe, wenn der Mann, der erster Offizier werden soll, selbst den Gedanken verabscheut, einen großen Teil davon zu kommandieren, die raubeinige Truppe wenig Interesse aneinander zeigt und kaum jemand hier unserer Göttin RONdra im Besonderen zuneigt. Ganz wie es unsere Art ist, das Leben zu begreifen, danke ich der Göttin, mich in ihrem Namen dieser Herausforderung stellen zu dürfen. Morgen früh werde ich die erste Messe halten. Ich muss einen Ritus finden, der nicht zuletzt diesen thorwalischen Seebären das Licht unserer Göttin nahebringt und doch auch an ihre eigenen Traditionen anknüpft. Vor allem aber wird es von den Worten meiner Predigt abhängen, ob wir bereits am Anfang dieser Reise beginnen können, eine Einheit zu schmieden, die stark genug sein wird dem widernatürlichen Dämonengezücht im Perlenmeer seine derische Existenz ungemein peinvoll werden zu lassen.

Wir fahren nun den Großen Fluss hinauf.

Es ist sonderbar. Ich kam nach Havena, um den Pfad zu finden, der mich im Licht unserer Göttin wandeln lässt. Dieser Pfad verspricht nun, eine breite Straße zu werden, wenn ich mich in den Augen der Göttin als würdig erweisen kann. Doch als ich auf den Kai in Havena zurückschaute, da war mir, als würde mein Leben dort zurückbleiben.

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